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Capella-Piccola



Henry Purcell/John Dryden "KING ARTHUR" mit der Capella Piccola und dem Rheinischen Landestheater Neuss


Aufführung am 9. Juni / 10. Juni 2007

Ort: Globe-Theater an der Galopprennbahn Neuss im Rahmen des Shakespeare-Festivals 2007
Regie: Nora Bauer
musikalische Ltg.: Thomas Reuber
Mitwirkende: Martina Lins und Trine Lund (Sopran), Yosemeh Adjei (Altus), Ulrich Cordes (Tenor), Erik Sohn (Baß)
Barockorchester Metamorphosis, Köln (Konzertmeisterin: Paula Kibildis)
Schauspieler des RLT Neuss
Studenten der Medienhochschule Köln etc.


Zum Stück:

KING ARTHUR

Semi-Oper von Henry Purcell - Text von John Dryden

In Kategorien lässt sich dieses Stück nicht einordnen. Uraufgeführt 1691 ist King Arthur von Purcell und Dryden ein typisches Produkt des britischen Barock: ein origineller Zwitter. Zur einen Hälfte Schauspiel und zur anderen Hälfte Oper.

Die eigentliche Handlung rund um den legendären Britenkönig Arthur und seinen Zauberer Merlin ereignet sich in den gesprochenen Szenen; die Musik dagegen besorgt das allegorische Beiwerk, weshalb die Sänger (zwei Soprane, ein Counter-Tenor, ein Tenor und ein Bass) auch keine bestimmte Rolle verkörpern, sondern oft die Gestalten wechseln: sie sind Schäfer und Schäferin, der Winter und die Liebe, aber auch Soldaten in Arthurs und seines Gegenspielers Oswald Heer. Aber keine der beiden Sparten, Schauspiel und Oper, wäre ohne die andere in diesem Bühnenwerk denkbar.

Wie in jeder Oper steht eine Liebesgeschichte im Mittelpunkt: Arthur liebt die blinde Königstochter Emmeline. Aber Oswald der König der Saxen liebt sie auch. Arthur und Oswald stehen sich schon in einem anderen ernsten Konflikt als grimmige Kontrahenten gegenüber: beide erheben Anspruch auf den britischen Thron; Arthur ist Christ, Oswald huldigt den germanischen Göttern. Der Wettstreit um Emmeline's Liebe wird zum Symbol für die Schlacht zwischen zwei Völkern und zwei Religionen. Jedem der beiden Rivalen steht ein Zauberer zur Seite, Merlin zu Arthur und Osmond zu Oswald. Diese beiden wiederum verfügen über die Hilfe von dem Luftgeist Philidel bzw. dem Erdgeist Grimbald, die trickreich dem jeweiligen Gegenspieler das Leben schwer machen.

Ein blutiger Krieg ist die Folie vor der sich dieses bunte zauberhafte Märchen entfaltet. Spielt er sich auch nicht wirklich sichtbar auf der Bühne ab - manchmal wohl hörbar in der Musik - so ist er doch immer anwesend, wie die Luft die wir atmen. Arthur hat Glück, Emmeline liebt ihn und nicht seinen Rivalen. Und in dieser Liebe begräbt Arthur den Krieg. So kann es am Ende Merlin gelingen, die Feinde zu versöhnen. Doch führt er die Geschichte nicht ins happy end - eher zeichnet Merlin die Vision eines geeinten unbesiegbaren Reiches auf, als er Arthur auffordert dem Feind Oswald die Hand zu reichen. Welche Utopie: vom Krieg in die Tafelrunde oder make love not war ...

Die Aufführung entsteht in der Kooperation des Rheinischen Landestheater Neuss, der Capella Piccola Neuss, mit ihrem Gründer und Leiter Thomas Reuber am Pult, dem Metamorphosis Ensemble für Alte Musik - gespielt wird natürlich auf historischen Instrumenten - und Studierenden der Kunsthochschule für Medien Köln, die die Bühnenausstattung besorgen. Die Bearbeitung des Schauspieltextes - gesungen wird in englischer, gespielt in deutscher Sprache - übernimmt die Kölner Regisseurin Nora Bauer. Sie zeichnet auch für die Inszenierung verantwortlich.

Getragen wird das Projekt aus Mitteln des Landes NRW, der Kunststiftung NRW, dem NRW Kultursekretariat Wuppertal, der Jubiläumsstiftung der Sparkasse Neuss, des Kulturamtes der Stadt Köln und zahlreichen privaten Neusser Sponsoren.



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